#GrüneGefahr: Vom Ende eines Märchenwaldes

Die Grünen geben sich nur allzu gerne als die Beschützer von Natur und Umwelt. Mehr als nur einmal haben Sie schon unter Beweis gestellt, dass sie diesem Ruf nicht mehr gerecht werden. Dem Wahn des Klimaschutzes verfallen, lassen sie auch ganze Wälder abholzen. Ein Beispiel: Der Reinhardswald in Hessen.

Mit dem Begriff Greenwashing wird das Bestreben bezeichnet, möglichst umweltfreundlich und ökologisch zu wirken. Er bezeichnet also nicht etwa echten Öko-Aktivismus, sondern vielmehr PR-Strategien, um in der Öffentlichkeit ein besseres Bild abzugeben. Normalerweise wird dieser Begriff nur im Zusammenhang mit Unternehmen verwendet, wenn sie trügerische oder irreführende Werbeaussagen tätigen, um vom eigenen Versagen abzulenken. Daraus resultieren Vorwürfe, die gerne aus dem Dunstkreis der Grünen abgesondert werden – mit der für sie üblichen moralischen Überheblichkeit.

Klimaschutz vor Naturschutz

Dass man aber genau dieser Partei ebenfalls Grünfärberei vorwerfen kann, beweist das Beispiel Reinhardswald, wo das Fällen uralter Baumbestände von Vertretern der Grünen einfach so abgenickt wird. Noch bis zum Oktober 2020 ist Schonfrist, dann rückt dort schweres Gerät an, um zu fällen, zu roden und einen einmaligen Lebensraum zu zerstören. Die Gesellschaft Windpark Reinhardswald hat sich mit dem Weltmarktführer Vestas bereits am 15. Mai 2019 geeinigt. Geliefert werden 20 Anlagen vom Typ V150. Mit einer Nabenhöhe von 166 Metern und einem Rotordurchmesser von 155 Metern werden sich die Windkraftanlagen, die derzeit zu den größten ihrer Art zählen, alles andere als dezent bemerkbar machen (1). Rund 2000 Hektar Wald sind für das Projekt ausgewiesen worden. Platz genug für mehr als 50 dieser Giganten (2).

Sababurg im (noch) unberührten Reinhardswald. (Wikimedia Commons)

Inmitten des Märchenwaldes hält dann die von den Grünen protegierte Zerstörung einmaliger Lebensräume Einzug. Die Anlagen werden ein Stück einmaliger Natur nicht nur optisch verschandeln, sondern auch einen enormen Schaden anrichten. Der Reinhardswald gilt als einer der letzten Naturwälder, ist von großen Eichen- und Buchenbeständen geprägt und innerhalb Hessens das größte zusammenhängende Waldgebiet. Seit Jahren bereits versucht das Aktionsbündnis Märchenland, die drohende Industrialisierung des Reinhardswaldes abzuwenden. Mehrere Bürgermeister aus der Region haben sich dem Bündnis angeschlossen (3).

So könnte es im Jahr 2021 aussehen.

Doppelmoral nach Art der Grünen

Gegen das Vorhaben hat sich ein breites Bündnis aus AfD, FWG und SPD gebildet. Sie stehen der mittlerweile seit 2013 bestehenden und nach der Landtagswahl 2018 neu aufgelegten schwarz-grünen Koalition entgegen. Vom Grünen Tarek Al-Wazir, Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung gab es nicht den geringsten Gegenwind. Auch das aktuelle Kabinett ebnet der Windkraft den Weg, die zahlreichen Stimmen des Protests vonseiten der Bürger werden einfach ignoriert.

Mehr noch: Die grüne Umweltministerin Priska Hinz äußerte im Rahmen eines Frontal-21-Beitrages aus 2018 ihre Unterstützung für den Ausbau und rechtfertigte diesen – wie könnte es anders sein! – mit dem Klimawandel. Ihrer Ansicht nach werde es in 50 Jahren keinen Wald mehr geben, wenn man den Klimawandel nicht mithilfe der Windkraft angehen würde. Grüne Logik, wie wir sie mittlerweile zur Genüge von unzähligen St. Thunberg-Apologeten kennen (4).

Wenn Wald zum Industriegebiet wird. (Screenshot Frontal 21)

Es war einmal…

… ein Märchenwald, der als Heimat vieler Sagen und Legenden Berühmtheit im ganzen Land erlangte. So wurde und wird er denn als Märchenwald bezeichnet, zuweilen auch als Grimms Märchenwald. Denn es waren vor allem die Gebrüder Grimm, die diese Sagen, Mythen und Legenden zu Papier brachten. Eine davon war für unseren Wald sogar namensgebend: Einst soll Graf Reinhard, gleichsam vom Spiel besessen wie vom Glück vergessen, bei einem letzten Spiel mit dem Bischof von Paderborn die gesamte Grafschaft verloren haben. Der völlig ruinierte Graf wollte aber noch eine letzte Ernte einbringen, was ihm der Bischof gestattete. Der Graf, schlau, wie manche Grafen eben sind, säte jedoch nur Eicheln und Bucheckern aus. Als dann der Bischof ein Jahr später seine Ansprüche geltend machen wollte, konnte der Graf nicht anders, als ihm zu sagen, dass die Ernte noch nicht eingefahren sei. Nie hat der Bischof sein Land bekommen. Die majestätischen Eichen und Buchen stehen noch heute.

Noch…

 

Quellen:

(1) Windpark Reinhardswald unterzeichnet Verträge mit Vestas (HNA)

(2) Bürgerinitiative zur Rettung des Reinhardswaldes

(3) Protest im Reinhardswald (HNA)

(4) Beitrag aus Frontal 21

Ein Kommentar zu „#GrüneGefahr: Vom Ende eines Märchenwaldes

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