Die Reconquista geht weiter

Vor vier Jahren wurde Reconquista Germanica gegründet. Auch dieser Blog und alles, was sich in der Redaktion dahinter so abspielt, nahm im Rahmen und als Teil der Bewegung seinen Anfang. Zeit für eine kurze Retrospektive – und einen Ausblick.

November 2019: Nikolai Alexander veröffentlicht ein Video mit dem Titel „Reconquista Germanica meldet sich ab“, in dem die Auflösung zum 27. Oktober bekanntgegeben wird. Der Schlusspunkt dessen, was zwei Jahre und zwei Monate vorher auf furiose Weise seinen Anfang genommen hatte, war endgültig und unwiderruflich gesetzt. Das Spektrum des Machbaren war geschrumpft, die Hysterie der linken Zivilgesellschaft hat gangbare Korridore immer weiter verengt und noch dazu drohte eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz.

Wer, wie wir, mit dabei war, hat das Ende kommen sehen. Ob der Schlusspunkt zur rechten Zeit kam, vielleicht verfrüht, vielleicht aber auch zu spät, darüber mag man streiten. Die Vorstellungen darüber, wie es weitergehen könnte, sowohl was die internen Strukturen als auch die Zielsetzungen anbelangte, waren schlussendlich nicht mehr unter einen Hut zu bringen. Und damit lasst uns auseinandergehen …

Digitaltorpedos und Social-Media-Schrapnelle

Im September 2018 gab es den Segen der Paladine und unsere Redaktion wurde als RG-Projekt gegründet. Aus den zahlreichen Gefreiten und Kadetten wurde ein erster Autorenstamm geformt. Name und Auftritt der Kurskorrektur entstanden im Zuge einer eher zufälligen Mischung aus Gemälden von Max Jensen, Meuterei von Nagelfar und dem von Nikolai geäußerten Wunsch nach U-Booten. Reconquista Germanica hatte zu jener Zeit seinen Zenit aber schon überschritten. In unserer Redaktion machte sich das durch eine gewisse Fluktuation bei den Autoren bemerkbar. Spätestens mit dem Ende von RG hatte sich mit Starhemberg, Pretox und meiner Wenigkeit ein harter Kern an Autoren ausgebildet, dessen Vielgestaltigkeit sich in der Originalität der Pseudonyme andeutet und in der Themenwahl fortsetzt.

Pretox hat die Geschichte von RG in seinem Artikel schon treffend umschrieben, Starhemberg hat die Videos von Nikolai Alexander hier gewürdigt.Beide waren Mitglieder der ersten Stunde, während ich erst im Sommer 2018 hinzustieß. Nach dem Hinweis eines Kameraden, dass man dort noch auf der Suche nach Autoren gewesen war, fand ich über Nikolais Videos auf den Server. Im Nachhinein betrachtet mag Nikolai ein streitbarer Charakter sein, der sicherlich nicht über jede Kritik erhaben ist. Seine in den Renderminen gefertigten Werke schlugen jedoch eine Saite an, die einen zur Mobilmachung regelrecht nötigten. Das gilt vor allem für jene sehr aufwendig produzierten Werke, die Aufstieg Werdegang der Bewegung flankierten. Und gerade jene Aktivisten, die nicht bei jeder Gelegenheit ihre Nase in die Kamera zu halten bereit waren, wurden dadurch erfolgreich angesprochen – wenn auch auf eine eher eigentümliche Art.

Derzeit verstummt: Der Volksempfänger

Das konnte natürlich nicht ohne die Unkenrufe mancher Vollzeitaktivisten gehen, für die – zumindest damals – nur im wahren Widerstand sein konnte, wer auch bereit war, Gesicht zu zeigen. Die damit einhergehende Forderung nach Selbstentlarvung brachte dummerweise ein paar Gestalten ans Tageslicht, die besser im Verborgenen geblieben wären – auch in ihrem eigenen Interesse. Nicht ohne Grund hagelte es gesalzene Kommentare und treffsichere Memes vonseiten RGs, mit denen im Laufe der Zeit so manch ein allzu bereitwilliger Aufsteher aus den sozialen Netzwerken komplimentiert wurde. Überhaupt: In Sachen memetischer Kriegsführung konnte sich sowieso niemand mit RG messen. 

Die Reconquista geht weiter …

Zwischen ernsthaftem Aktivismus und “spielerischen Variationen des Unernstes” (Konstantin Fechter) verliefen die Übergänge zunehmend fließend. Befindlichkeiten auf der einen, Unzulänglichkeiten auf der anderen Seite kamen hinzu. Wo Menschen sind, da menschelt es eben, wie es so schön heißt. Der Schlussstrich musste aber erst dann gezogen werden, als irgend so ein Haldenwang um die Ecke kam und damit drohte, Reconquista Germanica durch den Verfassungsschutz überwachen zu lassen. Es handele sich bei dem Projekt eindeutig um das Werk von Rechtsextremisten, was den Einsatz nachrichtendienstlicher Mittel rechtfertige, so der Präsident des Verfassungsschutzes. Ob tatsächlich jemals ein paar arglose Schlapphüte vom Cringe der Gosse erschlagen wurden, weiß bis heute niemand. Fakt ist: RG hat sich wenige Tage später einfach in Luft aufgelöst.

Die Mühen waren aber nicht vergebens, die Reconquista geht weiter. Nikolai hatte ein Schwungrad in Bewegung gesetzt, dessen kinetische Energie weit über das Ende von Reconquista Germanica hinausreichen sollte. Seine größten Verdienste liegen darin, nicht nur tausende und abertausende seiner Zuschauer mit solider weltanschaulicher Bildung versorgt, sondern ihnen mit RG auch noch einen Weg aus der Passivität angeboten zu haben. 

Der Server wurde zwar gelöscht, aber viele gute Kontakte blieben. Teils haben sie sich in die Winde verstreut, teils in neuer Konstellation zusammengefunden, um etwas Neues auf die Beine zu stellen. Das kleine aber feine Grüppchen, welches die Redaktion hinter der Kurskorrektur bildet, sich seit nun drei Jahren wöchentlich zur Besprechung trifft, regelmäßig Lesekreise und bald auch wieder Schulungen veranstaltet, hat sich als beständig erwiesen.

Reconquista Germanica hat uns gezeigt, was möglich ist und es bleibt genug zu tun. Was und wie, darauf soll demnächst noch genauer eingegangen werden. Bis dahin gehen in Erinnerung an die gute alte Zeit Grüße raus an die anderen Gruppen und Projekte, an die Ehemaligen und an die Versprengten, die irgendwie weitermachen. Ihr wisst, wer Ihr seid.

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